Erklärung des Freckenhorster Kreises
Es darf
nicht sein!
Erklärung des
Freckenhorster Kreises zur Aufhebung der Exkommunikation der vier Bischöfe
der Piusbruderschaft
Mit Empörung und Bitterkeit erleben wir, wie seit dem Amtsantritt von
Benedikt XVI. das Ansehen unserer Kirche in der Welt Schaden leidet.
Wir erleben seine missverständlichen
Äußerungen gegenüber den Muslimen.
Wir erleben, dass den
reformatorischen Geschwisterkirchen das Kirche-Sein abgesprochen wird.
Wir erleben, wie ein
krimineller Bischof den Holocaust leugnet, und trotzdem in die Kirche zurückgeholt
wird, während Bischof Gaillot,
der ein überzeugendes Christsein lebte, „in die Wüste“ geschickt
wurde.
Wir erleben, wie veraltete
Riten und kränkende Karfreitagsbitten „für die Juden“ in unserer
Kirche wieder zugelassen werden.
Wir erleben, wie
Ultrakonservative hofiert werden, während man ungezählten Theologen, die
sich um eine evangeliengemäße Theologie bemühen, den Stuhl vor die Tür
setzt.
Es darf aber nicht sein,
dass der Dialog der Religionen Schaden nimmt, bevor er recht in Gang
gekommen ist.
Es darf nicht sein, dass das
Verhältnis zu unseren Wurzeln, zum jüdischen Volk, nachhaltig gestört
wird.
Es darf nicht sein, dass das
ökumenische Gespräch stagniert oder gar rückläufig ist.
Es darf nicht sein, dass
rechte Gruppen und Bewegungen für Ihr Gedankengut und ihren
menschenverachtenden Ausländerhass einen katholischen Bischof als
Kronzeugen anführen können.
Es darf nicht sein, dass ein
paar Ultrakonservative die Kirche spalten, indem sie das gesamte Zweite
Vaticanum in Frage stellen.
Es darf nicht sein, dass das
Amt des Papstes als moralische Autorität derartigen Schaden leidet.
Deshalb appelliert der Freckenhorster Kreis an alle, die in der Kirche
Verantwortung tragen – Priester und Laien – , sich unmissverständlich
vom Vorgehen des Vatikan zu distanzieren und im Sinne des Konzils weltoffen,
dialogfreudig, ökumenisch, frei und ohne Angst vor Repressionen zu handeln.
Münster, 03.02.09
