zuletzt aktualisiert: 06.04.2007
home

Grußwort von Wolf-Dieter Just


Zum 25jährigen Jubiläum der Initiative Kirche von unten 

Ist doch eigentlich seltsam, dass es so etwas wie eine Initiative „Kirche von unten“ überhaupt braucht: - ist denn nicht der Gründer dieser Kirche in einem Stall zur Welt gekommen, gehörte er nicht zur Welt der „kleinen Leute“, nahm Partei für die Ohnmächtigen und Gedemütigten seiner Gesellschaft, ging selbst ohnmächtig ans Kreuz...? Kann die Kirche in der Nachfolge dieses Jesus von Nazareth  eigentlich etwas anderes sein als Kirche „von unten“, etwas anderes  tun als den Armen frohe Botschaft  verkündigen, den Gefangenen, dass sie frei sein sollen, den Blinden, dass sie sehen werden (Lk 4)?

Die IKvu gibt es, weil dies nicht der Fall ist. Sie ist der Stachel im Fleisch einer Kirche, die Gottes Option für die Armen und Machtlosen immer wieder verraten hat und verrät - und damit ihre eigene Identität als Kirche des Gekreuzigten Christus auf´s Spiel setzt.

Ich habe die Solidarität der IKvu vor allem in der bundesweiten Kirchenasylbewegung schätzen gelernt. Diese Bewegung steht ein für Flüchtlinge, denen bei einer Abschiebung Gefahren für Leib, Leben, Würde und Menschenrechte drohen. Wo staatlicher Schutz versagt, gewähren Kirchengemeinden Asyl „von unten“ – und finden so zurück zu dem, der uns im bedrohten Fremden selbst entgegentritt.

Wolf-Dieter Just

Wolf-Dieter Just, Gründungsmitglied der Bundesarbeitsgemeinschaft Asyl in der Kirche