Grußwort von Wolf-Dieter Just
Zum 25jährigen Jubiläum der Initiative Kirche von unten
Ist doch eigentlich
seltsam, dass es so etwas wie eine
Initiative „Kirche von unten“ überhaupt braucht: - ist denn nicht
der Gründer
dieser Kirche in einem Stall zur Welt gekommen, gehörte er nicht
zur Welt der
„kleinen Leute“, nahm Partei für die Ohnmächtigen und
Gedemütigten seiner
Gesellschaft, ging selbst ohnmächtig ans Kreuz...? Kann die Kirche
in der
Nachfolge dieses Jesus von Nazareth eigentlich etwas anderes sein als Kirche „von unten“,
etwas anderes tun als den Armen frohe Botschaft verkündigen, den Gefangenen, dass sie frei sein sollen, den
Blinden,
dass sie sehen werden (Lk 4)?
Die
IKvu gibt es, weil
dies nicht der Fall ist. Sie ist der
Stachel im Fleisch einer Kirche, die Gottes Option für die Armen
und Machtlosen
immer wieder verraten hat und verrät - und damit ihre eigene
Identität als
Kirche des Gekreuzigten Christus auf´s Spiel setzt.
Ich habe die
Solidarität der IKvu vor allem in der
bundesweiten Kirchenasylbewegung schätzen gelernt. Diese Bewegung
steht ein für
Flüchtlinge, denen bei einer Abschiebung Gefahren für Leib,
Leben, Würde und
Menschenrechte drohen. Wo staatlicher Schutz versagt, gewähren
Kirchengemeinden
Asyl „von unten“ – und finden so
zurück zu dem, der uns im bedrohten Fremden selbst entgegentritt.
Wolf-Dieter Just
Wolf-Dieter Just, Gründungsmitglied der Bundesarbeitsgemeinschaft Asyl in der Kirche
