Grußwort von Reinhard Voß
Grußwort zum 25jährigen der IKvu
Die IKvu ist für
mich
seit dem "einen" Berliner Katholikentag (1980), wo sie sich zum
ersten Mal am Lietzensee zeigte, ein wichtiger Bezugspunkt für
mich gewesen, wo
solidarische Kirchenkritik von unten formuliert werden konnte. Als
Vertreter der
Ökumenischen Initiative Eine Welt (ÖIEW) war ich jahrelang
bei
Vollversammlungen und um 1990 auch ein paar Jahre im Kokreis aktiv.
Der "andere" Berliner Katholikentag von 1990 ist mir unvergessen. Wir
hatten die Straße des 17. Juni fest zugesagt bekommen, und dann
kam uns - nicht
ein kleine dumme - sondern DIE Geschichte dazwischen. Das Brandenburger
Tor war
auf. Wir erhielten als Ersatz die Wiesen in der Spreekurve links neben
dem
Reichstag, konnten aber nicht dorthin, weil Roma den Platz besetzt
hielten.
Erst als sie verstanden hatten, dass wir auch welche "von unten"
waren, zogen sie bereitwillig ab und wir konnten große Zelte dort
aufbauen, in
denen Tausende Platz hatten und fanden. Im Kokreis war man nicht nur
für
Veranstaltungen, Plakatwände, Interviews und Moderationen
zuständig, sondern
beispielsweise auch für Pannen bei Strom und Wasser. All das habe
ich in
wahrlich lebhafter Erinnerung.
In den 90er Jahren
ist aber mit der Entwicklung von "Wir sind Kirche" nicht nur eine
Ergänzung, sondern m. E. auch eine Ablösung der IKvu in
kirchenpolitischer
Hinsicht entstanden, die ich ehrlich gesagt auch zeitgemäß
finde. Die IKvu hat
mit ihrem Erinnerungsbuch an ihre ersten 20 Jahre eigentlich das
entscheidende
Denkmal gesetzt, Michael Steiner -dem damaligen Hauptamtlichen -
sei´s gedankt.
Dr.
Reinhard J. Voß
Generalsekretär von pax christi / deutsche Sektion
