zuletzt aktualisiert: 16.02.2009
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Pressemitteilung der Ökumenischen Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche (HuK)


Katholische Lesben und Schwule - Selbstbewusst, froh und in bester Gesellschaft

Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche (HuK) zum letzten Kreuzzug der Erzkonservativen

- Pressemitteilung der Ökumenischen Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche (HuK) e.V., 15.2.2009 -


Mit Bestürzung nimmt die Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche das dauerhafte Agieren konservativer Exoten aus der römisch-katholischen Kirche wahr, mit dem Homosexuelle als Defekt, als drittklassige Katholiken und als Gefahr für die Gesellschaft dargestellt werden sollen. Man könnte geradezu meinen, nur ängstliche Lesben und Schwule seien gute Lesben und Schwule. Es spielt dabei keine Rolle, ob diese Aussagen von einem Bischof stammen, der gerade versucht, mit jungen Menschen über deren Lebens- und Glaubensthemen zu sprechen oder von einem Amtsträger, der in einer Talksendung meint, die letzten katholischen Bastionen behaupten zu müssen.

Die HuK hingegen steht seit über 30 Jahren für die Befreiung aus Angst und Isolation, für das gemeinsame Erleben der Liebe Gottes, die Lesben und Schwule als Glieder der Kirche miteinander und mit vielen anderen Christen verbindet. Gerade deshalb, so die HuK, ist auch eine Haltung abzulehnen, die homosexuelle Veranlagung (scheinbar) toleriert, gelebte Homosexualität aber diskriminiert. Aus HuK-Sicht ist festzustellen:

1. Kirche und Gesellschaft gewinnen durch die Begabungen, die Lesben und Schwule einbringen. Ein Untergang ist nicht zu erwarten.
2. In einem freiheitlichen Staat hat Jeder das Recht, seine Meinung zu vertreten. Es ist allerdings peinlich, wenn andere Auffassungen plötzlich zu einem "Komplott" gegen die römisch-katholische Kirche erklärt werden.
3. Die HuK erwartet, dass die katholische Kirche die Frohbotschaft nichtlänger zu einer Drohbotschaft verkehrt, sondern das Recht aller Menschen, ihre Sexualität (egal ob homo-, hetero- oder bisexuell) verantwortlich zu leben, anerkennt.
4. Daraus ergibt sich, dass Lesben, Schwule, Bi- und Transsexuelle als Mitglieder und als Mitarbeitende in der Kirche auf allen Ebenen willkommen sind. Jegliches sachfremde Misstrauen und Kontrollbedürfnis gegenüber lesbischen, schwulen und bisexuellen Kirchenmitgliedern entfällt.
5. Die katholische Kirche muss öffentlich und weltweit eingestehen, dass sie sich über Jahrhunderte mitschuldig gemacht hat an der Ausgrenzung homo- und bisexueller Menschen. Sie hat fortan alle Minderheiten innerhalb der Kirche zu akzeptieren und sich aktiv dafür einzusetzen, dass diese Akzeptanz auch in der gesamten Welt Verwurzelung und Umsetzung findet.

Die genannten fünf Punkte entstanden im Dialog mit vielen Einzelpersonen und Gruppen, die sich einer offenen Kirche von unten verbunden wissen.
Das langjährige Unterwegs-Sein als Volk Gottes, zusammen mit weiteren schwullesbischen Gruppen, Gottesdienstgemeinschaften und den Gruppen Schwuler Seelsorger gibt uns Ideen, Kraft und großen Mut!

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Für weitere Informationen steht Ihnen zur Verfügung:

Dr. Andreas Merschmeier (Vorstandsmitglied der HuK)
Tel. 0234/3251483
Email andreas@huk.org

Dr. Reinhold Weicker (HuK-Pressesprecher)
Tel. 05251 / 66018
Email presse@huk.org