Pressemitteilung der Ökumenischen Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche (HuK)
Sind es "die Christen" gegen "die Homosexuellen"?
27.4.2009
Konflikt um einen evangelikalen Kongress in Marburg
HuK fuer ein offenes Nachdenken in den Kirchen
Es sind nur wenige, die den evangelikal orientierten Kongress
"Psychotherapie und Seelsorge" (20.-24.5.2009, Marburg)
wahrgenommen haben; bei manchen löst er aber ein intensives Engagement aus:
Kongress-Gegner sprechen von einer "Menschenrechtsverletzung"
(gegen Homosexuelle); die Evangelische Allianz spricht von "versuchtem
Meinungsterror" (durch Homosexuelle).
In einem ähnlichen Fall, dem "Christival" 2008 in Bremen, war
davon zu lesen, dass sogar Meinungs- und Religionsfreiheit, dass das
Christentum in Gefahr sei: "Steht auf, wenn Ihr Christen seid!"
forderte damals Ulrich Parzany in einem viel gelesenen Artikel.
Es geht um einige Seminare (2-3 von 116), in deren Titel von Homosexualität
gar nicht die Rede ist. Dies dürfte aber Taktik sein, denn die Referenten
hatten sich in früheren Veröffentlichungen, u.a. bei einem Vorgängerkongress
am gleichen Platz, sehr wohl zu der These von der Heilbarkeit und der
Heilungsbedürftigkeit der Homosexualität bekannt. Es kann nicht bewiesen
werden, dass diese Thesen auch jetzt vertreten werden sollen; in der Skepsis
gegenüber den Positionen dieser ReferentInnen ist sich aber die
Oekumenische Arbeitsgruppe "Homosexuelle und Kirche" (HuK e.V.)
mit denen, die protestieren, einig und hat dies auch seit längerem auf
ihren Webseiten dokumentiert.
Die HuK sieht allerdings die Gefahr, dass das von ihr gewünschte kritische
Nachdenken in den Kirchen zum Thema Sexualität und Homosexualität in den
Hintergrund tritt, wenn es nur noch um ein Zulassen oder Nicht-Zulassen von
Meinungen geht, die sich wissenschaftlich längst disqualifiziert haben. Es
gibt vermutlich auch noch ein paar Leute, die daran glauben, dass die Erde
eine Scheibe ist: Solange sie nicht öffentliche Finanzmittel nutzen, um das
zu vertreten, können und wollen wir sie nicht daran hindern.
Die HuK setzt sich, zusammen mit befreundeten Gruppen, für eine Verkündigung
des Evangeliums als befreiende Botschaft auch für Schwule und Lesben ein. Für
den nötigen Diskurs darüber, für ein ernsthaftes Nachdenken in den
Kirchen, wie es die HuK anstrebt, kann es ein Rueckschlag sein, wenn
"christlich" und "homosexuell" nur noch als miteinander
unvereinbar angesehen wird.
Die HuK tut also zweierlei:
- Einerseits gibt sie eine kritische, aber sachliche Darstellung der Thesen
von der Heilbarkeit und der Heilungsbefürftigkeit von Homosexualität.
Man findet bei ihr eine Aufarbeitung der angeblichen "Beweise" für
die allgemeine Wirksamkeit von Heilungsversuchen (siehe http://www.huk.org/aktuell/index.htm#umpolung).
- Andererseits spricht sie mit den Menschen in den Kirchen, mit der
kirchlichen Basis. Dies wird sie gerade auch beim bevorstehenden
Evangelischen Kirchentag in Bremen wieder tun, der zeitgleich mit dem
Marburger Kongress stattfindet und bei dem die HuK, wie immer, kräftig
vertreten sein wird (http://www.huk.org/kirchentag/).
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Für weitere Informationen steht Ihnen zur Verfügung:
Dr. Reinhold Weicker (HuK-Pressesprecher)
Tel. 05251 / 66018 (während des Bremer Kirchentags: 0160/92010564 )
Email: presse@huk.org
Franz Kaern (Mitglied des HuK-Bundesvorstands)
Tel. 0341 / 2248084 (während des Bremer Kirchentags: 0176/21891115 )
Email: franz@huk.org
Beide sind auch im HuK-Vorbereitungskreis für den Kirchentag aktiv;
Franz Kaern ist dessen Sprecher. Reinhold Weicker hat verschiedene Texte zum
Thema "Konversionstherapie/Umpolung" für die HuK-Webseiten
geschrieben.
