zuletzt aktualisiert: 29.04.2009
home

Pressemitteilung der Ökumenischen Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche (HuK)


Sind es "die Christen" gegen "die Homosexuellen"? 27.4.2009

Konflikt um einen evangelikalen Kongress in Marburg

HuK fuer ein offenes Nachdenken in den Kirchen



Es sind nur wenige, die den evangelikal orientierten Kongress "Psychotherapie und Seelsorge" (20.-24.5.2009, Marburg) wahrgenommen haben; bei manchen löst er aber ein intensives Engagement aus: Kongress-Gegner sprechen von einer "Menschenrechtsverletzung" (gegen Homosexuelle); die Evangelische Allianz spricht von "versuchtem Meinungsterror" (durch Homosexuelle).
In einem ähnlichen Fall, dem "Christival" 2008 in Bremen, war davon zu lesen, dass sogar Meinungs- und Religionsfreiheit, dass das Christentum in Gefahr sei: "Steht auf, wenn Ihr Christen seid!" forderte damals Ulrich Parzany in einem viel gelesenen Artikel.

Es geht um einige Seminare (2-3 von 116), in deren Titel von Homosexualität gar nicht die Rede ist. Dies dürfte aber Taktik sein, denn die Referenten hatten sich in früheren Veröffentlichungen, u.a. bei einem Vorgängerkongress am gleichen Platz, sehr wohl zu der These von der Heilbarkeit und der Heilungsbedürftigkeit der Homosexualität bekannt. Es kann nicht bewiesen werden, dass diese Thesen auch jetzt vertreten werden sollen; in der Skepsis gegenüber den Positionen dieser ReferentInnen ist sich aber die Oekumenische Arbeitsgruppe "Homosexuelle und Kirche" (HuK e.V.) mit denen, die protestieren, einig und hat dies auch seit längerem auf ihren Webseiten dokumentiert.

Die HuK sieht allerdings die Gefahr, dass das von ihr gewünschte kritische Nachdenken in den Kirchen zum Thema Sexualität und Homosexualität in den Hintergrund tritt, wenn es nur noch um ein Zulassen oder Nicht-Zulassen von Meinungen geht, die sich wissenschaftlich längst disqualifiziert haben. Es gibt vermutlich auch noch ein paar Leute, die daran glauben, dass die Erde eine Scheibe ist: Solange sie nicht öffentliche Finanzmittel nutzen, um das zu vertreten, können und wollen wir sie nicht daran hindern.

Die HuK setzt sich, zusammen mit befreundeten Gruppen, für eine Verkündigung des Evangeliums als befreiende Botschaft auch für Schwule und Lesben ein. Für den nötigen Diskurs darüber, für ein ernsthaftes Nachdenken in den Kirchen, wie es die HuK anstrebt, kann es ein Rueckschlag sein, wenn "christlich" und "homosexuell" nur noch als miteinander unvereinbar angesehen wird.

Die HuK tut also zweierlei:
- Einerseits gibt sie eine kritische, aber sachliche Darstellung der Thesen von der Heilbarkeit und der Heilungsbefürftigkeit von Homosexualität.
Man findet bei ihr eine Aufarbeitung der angeblichen "Beweise" für die allgemeine Wirksamkeit von  Heilungsversuchen (siehe http://www.huk.org/aktuell/index.htm#umpolung).
- Andererseits spricht sie mit den Menschen in den Kirchen, mit der kirchlichen Basis. Dies wird sie gerade auch beim bevorstehenden Evangelischen Kirchentag in Bremen wieder tun, der zeitgleich mit dem Marburger Kongress stattfindet und bei dem die HuK, wie immer, kräftig vertreten sein wird (http://www.huk.org/kirchentag/).

----------------------------------------------------------

Für weitere Informationen steht Ihnen zur Verfügung:

Dr. Reinhold Weicker (HuK-Pressesprecher)
Tel. 05251 / 66018 (während des Bremer Kirchentags: 0160/92010564 )
Email: presse@huk.org

Franz Kaern (Mitglied des HuK-Bundesvorstands)
Tel. 0341 / 2248084 (während des Bremer Kirchentags: 0176/21891115 )
Email: franz@huk.org

Beide sind auch im HuK-Vorbereitungskreis für den Kirchentag aktiv;
Franz Kaern ist dessen Sprecher. Reinhold Weicker hat verschiedene Texte zum Thema "Konversionstherapie/Umpolung" für die HuK-Webseiten geschrieben.