ÿþ<html> <head> <meta http-equiv="Content-Type" content="text/html; charset=windows-1252"> <meta http-equiv="Content-Language" content="de"> <meta http-equiv="Content-Style-Type" content="text/css"> <meta http-equiv="expires" content="0"> <meta http-equiv="pragma" content="no-cache"> <meta name="allow-search" content="yes"> <meta name="audience" content="Alle"> <meta name="author" content="Bernd Feucht"> <meta name="copyright" content="(c) 2003 by Bernd Feucht"> <meta name="description" content="Initiative Kirche von unten (IKvu)"> <meta name="keywords" content="IKvu, Initiative Kirche von unten, Ökumene, ökumenische Abendmahlsgemeinschaft, Interkommunion, Kirchenkritik, Kirchenreform"> <meta name="language" content="de"> <meta name="page-topic" content="Gesellschaft"> <meta name="page-topic" content="Kirche"> <meta name="page-topic" content="Religion"> <meta name="page-type" content="Offizielle Homepage"> <meta name="publisher" content="Thomas Wystrach"> <meta name="revisit-after" content="2 weeks"> <meta name="robots" content="INDEX,FOLLOW"> <meta name="searchtitle" content="Initiative Kirche von unten (IKvu)"> <meta name="DC.Creator" content="Bernd Feucht"> <meta name="DC.Creator.CorporateName.Address" content="webmaster@ikvu.de"> <meta name="DC.Description" content="Initiative Kirche von unten (IKvu)"> <meta name="DC.Format" content="text/html, application/compressed-zip, image/gif, image/jpeg"> <meta name="DC.Identifier" content="http://www.ikvu.de"> <meta name="DC.Language" content="de"> <meta name="DC.Publisher" content="Thomas Wystrach"> <meta name="DC.Coverage" content="Deutschland, Germany"> <meta name="DC.Date" content="2003"> <meta name="DC.Rights" content="(c) 2003 by Bernd Feucht"> <meta name="DC.Relation.IsPartOf" content="http://www.ikvu.de"> <meta name="DC.Relation.Requires" content="WWW-Browser"> <meta name="DC.Subject" content="Initiative Kirche von unten (IKvu)"> <meta name="DC.Subject.Keywords" content="Gesellschaft, Politik, Kirche, Religion, Ökumene"> <meta name="DC.Title" content="Initiative Kirche von unten (IKvu)"> <meta name="DC.Type" content="Aktuelle Informationen, Pressemitteilungen, Termine, Kontaktadressen, Links"> <title>Bernd Feucht: Drei Thesen zur ökumenischen Eucharistie" und Abendmahlsgemeinschaft</title> <base target="_self"> </head> <body background="../bilder/grafiken/ikvu-grau.gif"> <h2 align="left"><font face="Verdana" size="2" color="#008000">Bernd Feucht:</font></h2> <h1 align="center"><i><font face="Times New Roman" color="#FF0000" size="4"> Drei Thesen zur ökumenischen Eucharistie- und Abendmahlsgemeinschaft</font></i></h1> <hr> <p><i><font face="Verdana" size="2">&quot;Evangelische Christen besuchen heute ohne Scheu die katholische Eucharistiefeier und Katholiken nehmen am evangelischen Abendmahl teil. Bevor sich die Kirchenleitungen über die Interkommunion einigen können, laden die Christen der verschiedenen Konfessionen einander ein, in der Kommunion die Einheit mit Christus in Dankbarkeit zu erfahren. Möge (...) die Eucharistie als Sakrament der Einheit immer mehr zum Sauerteig (werden), der die Christen durchdringt und miteinander verbindet.&quot;</font></i></p> <p><font face="Verdana" size="2">So schreibt Pater Anselm Grün in der Einleitung seines Buches &quot;Die Eucharistiefeier&quot;. Und wirklich stellt die eucharistische Gastfreundschaft heute schon fast keine Ausnahme, sondern eher die Regel dar. Das ist sehr erfreulich. Aber leider geschieht all das ohne die Zustimmung der katholischen Kirchenleitung, und von einer ökumenischen Abendmahlsgemeinschaft, die offen praktiziert werden darf ohne Gefahr von Disziplinarmaßnahmen für die Beteiligten, sind wir noch weit entfernt. Nach katholischem Kirchenrecht ist nur in Ausnahmefällen die Zulassung einzelner evangelischer Christinnen und Christen zur römisch"katholischen Eucharistiefeier erlaubt, eine Teilnahme von Katholiken an evangelischen Abendmahlsfeiern gilt (wegen fehlendem Weihesakrament) als kategorisch ausgeschlossen. Die evangelischen Kirchen laden Katholiken zum Abendmahl ein. Aber das große Spektrum an unterschiedlichen Deutungen und Umgangsformen mit dem Abendmahl im evangelischen Raum ruft bei vielen Katholiken Skepsis hervor.</font></p> <p><font face="Verdana" size="2">Dieser Text möchte zum Nachdenken und zur Diskussion über die Eucharistie- und Abendmahlsgemeinschaft anregen und dazu ermutigen, neben der bereits praktizierten eucharistischen Gastfreundschaft die Sehnsucht nach einer vollen Abendmahlsgemeinschaft der Christen zur Sprache zu bringen, neue Formen der Ökumene zu leben und überfällige Reformen einzufordern.</font></p> <p><font face="Verdana" size="2"><i><b>&quot;Niemand kann von der Eucharistiefeier ausgeschlossen werden.&quot;</b></i><br> Jesus hat alle Menschen vorbehaltlos angenommen. Insbesondere zu seinen vielen Gastmählern waren alle eingeladen, auch Zöllner und Sünder. Jesus verlangte kein Bekenntnis, keine vorherige Buße. Zur Teilnahme genügte die Sehnsucht nach Heil. Auch das letzte Abendmahl mit seinen Jüngern begann Jesus mit den schlichten Worten &quot;das ist mein Leib, das ist mein Blut&quot;, und es ist wohl kaum anzunehmen, dass die Jünger zu jenem Zeitpunkt die Bedeutung dieses Mahles begriffen haben.</font></p> <p><font face="Verdana" size="2">Wie können wir heute Menschen von der Eucharistie ausschließen, weil sie unser Abendmahlsverständnis nicht teilen? Oder weil sie einer anderen Kirche angehören? Oder weil ihre Lebenssituation im Widerspruch zur kirchlichen Moral steht, wie z.B. die wiederverheirateten Geschiedenen? Wer den Wunsch zeigt, an der Eucharistie teilzunehmen, darf sich von Jesus eingeladen wissen, unabhängig von Schuld, Konfessionszugehörigkeit oder Abendmahlsverständnis. Deshalb können auch wir niemanden von der Eucharistiefeier ausschließen.</font></p> <p><font face="Verdana" size="2"><b><i>&quot;Wo Menschen Brot und Wein teilen und dabei Jesus Christus ins Zentrum des gemeinsamen Mahles stellen, dort geschieht Eucharistie und Abendmahl.&quot;</i></b><br> Jesus feierte mit seinen Jüngern das Abendmahl und trug ihnen auf, dies zu seinem Gedächtnis zu tun. Wenn wir heute Eucharistie oder Abendmahl feiern, erinnern wir uns an Jesus, sein Leben und Wirken, seine Gastmähler, seinen Tod und seine Auferstehung. Und Christus schenkt uns seine Gemeinschaft und seine Gegenwart in dem Brot und dem Wein, die wir teilen.</font></p> <p><font face="Verdana" size="2">Es ist gut, dass die Eucharistiefeier in der Regel von einem geweihten Priester geleitet wird. Er ist für die Seelsorge und Verkündigung ausgebildet, und das Weihesakrament drückt aus, dass der Priester nicht nur von Menschen, sondern auch von Gott beauftragt ist. Dies schließt aber nicht aus, dass Eucharistie auch in einem anderen Rahmen geschehen kann, z.B. in kleinen Hausgemeinschaften, in Gemeinden ohne Priester oder bei besonderen Anlässen. Der Priester als Vorsteher der Eucharistiefeier macht Sinn, aber eine theologische Notwendigkeit dafür lässt sich biblisch nicht begründen. Die Apostelgeschichte berichtet uns vom Brotbrechen der ersten Gemeinden in Hausgemeinschaften, als noch keine kirchliche Hierarchie existierte.</font></p> <p><font face="Verdana" size="2">Nicht der Priester ist Gastgeber der Eucharistie, sondern Christus selbst. Der evangelische Pfarrer oder die evangelische Pfarrerin ist zwar aus katholischer Sicht nicht geweiht, aber durch die Ordination besteht auch für ihn oder sie die Verbindung von göttlicher Sendung und Beauftragung der Gemeinde. Das fehlende Weihesakrament kann für Katholiken kein Grund sein, nicht an einer evangelischen Abendmahlsfeier teilzunehmen. Christus ist in Brot und Wein gegenwärtig, unabhängig davon, wer die Einsetzungsworte spricht.</font></p> <p><font face="Verdana" size="2"><i><b>&quot;Weil Christus Begründer und Gastgeber des eucharistischen Mahles ist, können und sollen wir gemeinsam Abendmahl feiern, auch über Konfessionsgrenzen hinweg.&quot;</b></i><br> Nicht Menschen haben das Abendmahl begründet, sondern Jesus Christus. Deshalb steht es uns nicht zu, dort Trennungen und Verbote einzuführen, wo Jesus ausdrücklich die Einheit wollte. Braucht es die Kirchengemeinschaft als Voraussetzung für die eucharistische Gemeinschaft? Was die Konfessionen trennt, sind die von Menschen geschaffenen Institutionen und die unterschiedlichen Interpretationen, die Menschen der biblischen Botschaft haben angedeihen lassen. Im gemeinsamen Glauben an Jesus Christus sind wir zwar institutionell getrennt, bilden aber die eine Kirche Christi.</font></p> <p><font face="Verdana" size="2">Es gibt Unterschiede im Abendmahlsverständnis sowie im Priester- und Kirchenverständnis. Aber von solchen Differenzen lesen wir bereits in der Apostelgeschichte. Und wer aufmerksam die Bibel studiert, wird im Neuen Testament eine Vielzahl von unterschiedlichen Aspekten und Deutungen von Leben, Tod und Auferstehung Jesu finden. Wie können wir dann unser jeweiliges konfessionelles Abendmahlsverständnis als das einzig richtige und mögliche vertreten?</font></p> <p><font face="Verdana" size="2">Dabei geht es nicht darum, Ökumene als Minimalkonsens zu betrachten. Es wäre ein Zeugnis von katholischer Weite und evangelischer Offenheit, würden wir im Dialog der christlichen Kirchen die uns trennenden Fragen diskutieren, aber gleichzeitig im gemeinsamen Abendmahl Christus bekennen, dessen Glaube uns eint. Das gemeinsame Abendmahl könnte zu einer Saat der Einheit unter den Christen werden. Was fürchten wir denn falsch zu machen, wenn doch Jesus Christus der Gastgeber ist?</font></p> <p><font face="Verdana" size="2">Welche Konsequenzen ziehe ich aus diesen Thesen? Es sollen keine statischen, allgemeingültigen Thesen sein. Ich betrachte sie als Anregung zum Diskutieren und zum Austausch über Glauben und Kirche. Nur wenn wir unsere Sehnsucht nach ökumenischer Gemeinschaft auch gemeinsam zur Sprache bringen, kann sich etwas ändern.</font></p> <p><font face="Verdana" size="2">Die ökumenische Eucharistie- und Abendmahlsgemeinschaft ist längst überfällig, oder noch deutlicher: sie ist heute schon möglich. Es bedarf unser aller Engagement, dass wir auf der einen Seite Ökumene wagen, wir ganz persönlich, mit den christlichen Brüdern und Schwestern in unserer Nachbarschaft, und auf der anderen Seite um die Anerkennung dieser ökumenischen Partnerschaft durch unsere Kirchenleitungen ringen.</font></p> <p><font face="Verdana" size="2">Vor allem aber können wir uns über die konfessionellen Grenzen hinweg näher kommen, wenn wir miteinander über das sprechen, was uns persönlich am Abendmahl wichtig ist, was es uns bedeutet und worauf wir in der Feier des Abendmahles Wert legen. In der Einleitung hatte ein katholischer Theologe das Wort, schließen möchte ich mit einem Satz des evangelischen Theologen Jörg Zink aus seinem Buch &quot;Zum Abendmahl sind alle eingeladen&quot;:</font></p> <p><i><font face="Verdana" size="2">&quot;Wie wäre es, wenn wir, ehe wir diskutierten, das Abendmahl erst einmal miteinander feiern würden? Wir wären dann seinem Geheimnis und gewiss auch einander näher.&quot;</font></i></p> <p><font face="Verdana" size="2"> Wer sich genauer für das Thema Eucharistie und Abendmahl, für Hintergründe und Deutungen interessiert, dem kann ich wärmstens die beiden zitierten Bücher empfehlen:</font></p> <div align="center"> <center> <table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0" style="border-collapse: collapse" bordercolor="#111111" width="100%" id="AutoNumber2"> <tr> <td width="85%"> <ul> <li><font face="Verdana" size="2"> Jörg Zink: <a target="_blank" href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3783115833/wystrach">Zum Abendmahl sind alle eingeladen.</a><br> <a target="_blank" href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3783115833/wystrach">Warum ziehen die Kirchen Grenzen?</a><br> 118 Seiten, Kreuz-Verlag, Stuttgart 1997</font></li> </ul> <ul> <li><font face="Verdana" size="2">Anselm Grün: <a target="_blank" href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3878681488/wystrach"> Die Eucharistiefeier.</a><br> <a target="_blank" href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3878681488/wystrach"> Verwandlung und Einswerden.</a><br> 70 Seiten, Vier-Türme-Verlag, Münsterschwarzach 2000</font></li> </ul> </td> <td width="15%"> <p align="center"><font face="Verdana" size="2"> <a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3783115833/wystrach" target="_blank"> <img border="0" src="bilder/zink-abendmahl.gif" alt="Jetzt bestellen bei amazon.de" hspace="0" width="86" height="140"></a></font></td> </tr> </table> </center> </div> <hr> <div align="center"> <center> <table border="1" cellpadding="2" cellspacing="1" style="border-collapse: collapse" bordercolor="#111111" width="80%" id="AutoNumber1" bgcolor="#CCFFCC"> <tr> <td width="80%"> <p align="center"><font face="Verdana" size="2"><b>Bernd Feucht</b> ist Gemeinderat in der <a target="_blank" href="http://www.khg-karlsruhe.de">KHG Karlsruhe</a>. Dieser Text (den er persönlich verantwortet) steht auch als <a target="_self" href="feucht-abendmahlsgemeinschaft.pdf">PDF-Datei zum Download</a> zur Verfügung. Herzlichen Dank für die Abdruckerlaubnis!</font></td> </tr> </table> </center> </div> <hr align="left"> <p><i><font size="2" face="Verdana"><a target="_self" href="index.html">&lt;== Zurück zum IKvu-SPECIAL</a></font></i></p> <p><em><font face="Verdana" size="2"><a target="_top" href="../index.html">&lt;== Zurück zur IKvu-Startseite</a></font></em></p> </body> </html>