"Der Ökumenische Kirchentag ist mit der Hoffnung auf Fortschritte beim gemeinsamen Abendmahl untrennbar verbunden ..."

Stellungnahmen von ZdK und DEKT zur Frage der Mahlgemeinschaft beim ÖKT 2003

Zwischen "vorweggenommener Resignation" und "ökumenischer Sensibilität" ...


Allein beim Abendmahl


Erklärung zum Ökumenischen Kirchentag Berlin 2003 anlässlich der Pressekonferenz am 14. Januar 1999 in Berlin

Der Deutsche Evangelische Kirchentag (DEKT) und das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) planen, im Jahr 2003 den ersten Ökumenischen Kirchentag in Berlin durchzuführen. (...)

Der Ökumenische Kirchentag wird das Verlangen der Angehörigen verschiedener Konfessionen nach vertiefter Gemeinschaft zum Ausdruck bringen, geleitet von dem Willen, Trennungen zu überwinden und die ökumenische Zusammenarbeit zu verstärken. Der Ökumenische Kirchentag soll ein Schritt sein auf dem Weg zur kirchlichen Einheit. Der Deutsche Evangelische Kirchentag, das Zentralkomitee der deutschen Katholiken und die Kirchen in Berlin haben sich vorgenommen, die Vorbereitung des Ökumenischen Kirchentages gemeinsam mit Partnern anderer Konfessionen zu gestalten. (...)

Von Beginn ihrer Planungen an haben alle Beteiligten keinen Zweifel daran gelassen, daß sie sich dessen, was die Kirchen heute noch trennt, schmerzlich bewußt sind. Das unterschiedliche Kirchen- und Amtsverständnis der verschiedenen Konfessionen wird besonders in der Trennung beim Abendmahl sichtbar. So haben die Präsidien des Deutschen Evangelischen Kirchentages und des Zentralkomitees der deutschen Katholiken gleichzeitig mit der Ankündigung des Ökumenischen Kirchentags ihre Hoffnung geäußert, daß bei gemeinsamen Veranstaltungen in Zukunft auch die Abendmahlsgemeinschaft möglich wird. Beide Präsidien wollen sich nach Kräften dafür einsetzen, diesem Ziel näher zu kommen. Sie wollen dies tun mit der gebotenen Achtung für die gewachsenen Traditionen und Überzeugungen der jeweiligen Kirche. Wenn sich der Wunsch nach Abendmahlsgemeinschaft bis zum Ökumenischen Kirchentag nicht erfüllt, haben sie sich vorgenommen, in der gottesdienstlichen Gemeinschaft alles das zu tun, was dann miteinander zu tun möglich ist. Dieses Tun soll die Hoffnung auf Abendmahlsgemeinschaft in Zukunft ausdrücklich manifestieren.

Deutscher Evangelischer Kirchentag, Fulda
Zentralkomitee der deutschen Katholiken, Bonn
Erzbistum Berlin; Evangelische Kirche in Berlin-Brandenburg


Vorwärts zur Ökumene


Bischof Dr. Wolfgang Huber: Am Beginn eines Weges

Ansprache bei der konstituierenden Sitzung des Präsidiums für den Ökumenischen Kirchentag 2003 am 1. Dezember 2000 in der Katholischen Akademie Berlin

"Und natürlich gibt es die völlig legitime Sehnsucht nach dem gemeinsamen Abendmahl. Aber (- ich habe dies auch vor einigen Tagen in unserer Landessynode unterstrichen -) ich bitte darum, dass wir den Ökumenischen Kirchentag nicht ausschließlich unter dem Gesichtspunkt der Abendmahlsfrage betrachten; so wichtig diese ist, sondern dass wir die Weite der ökumenischen Chance und die Vielfalt der inhaltlichen Möglichkeiten wahrnehmen, die sich mit diesem Ereignis verbinden. Zugleich plädiere ich dafür, dass wir die Frage der Gemeinschaft am Tisch des Herrn nicht mit vorweggenommener Resignation behandeln. Ich jedenfalls halte an der Hoffnung fest, dass wechselseitige eucharistische Gastbereitschaft mit der Hilfe des Heiligen Geistes möglich werden kann.

Dabei akzeptiere ich die ökumenische Regel, dass wir den Partner in dieser wie in anderen Fragen nicht unter unangemessenen Druck setzen dürfen. Aber ich füge hinzu, dass das auch umgekehrt gilt. Auch wir als evangelische Kirche können uns nicht unter einen Druck setzen lassen, unter dem wir beispielsweise auf etwas verzichten würden, was Gott sei Dank zu einem unaufgebbaren Element unseres evangelischen Verständnisses des Abendmahls geworden ist, nämlich dass wir zu ihm alle getauften Christen einladen, die nach der Ordnung ihrer Kirche zum Abendmahl zugelassen sind."

Quelle: http://www.oekt.de/downloads/huber.pdf


Grundlagen, Aufgaben und Ziele

II. Aufgaben und Ziele des Ökumenischen Kirchentages (...)

2. Einander in der Vielfalt und Verschiedenheit offen begegnen
Der Ökumenische Kirchentag bietet einen Raum, in dem sich Christen aus ihren jeweiligen Traditionen in ihrer Besonderheit und Vielfalt begegnen und einander kennen lernen können. Die Unterschiede in Formen der Frömmigkeit und Liturgie, der konkreten Gestaltung des Alltags und des persönlichen Lebens sollen erkennbar und zugleich als Bereicherung erfahrbar werden. Durch die wechselseitige Einladung "Kommt und seht" können Fremdheit und Unwissen überwunden, neue Erfahrungen und Einsichten gewonnen und eine tiefere Erkenntnis der inneren Verbundenheit der Christen ermöglicht werden.

3. Neue Schritte auf dem Weg zur Einheit gehen
Der Ökumenische Kirchentag bietet die Chance, auf dem Weg zur Einheit aller Christen weiter zu gehen. Hierzu bedarf es des theologischen Gesprächs, in dem Gemeinsames benannt und Trennendes nicht verschwiegen wird. Der Ökumenische Kirchentag bietet die Möglichkeit, über die pastoralen Fragen in den Gemeinden die Schwierigkeiten und Chancen des alltäglichen Neben- und Miteinander offen anzusprechen und hierüber in einen fruchtbaren Gedanken- und Erfahrungsaustausch zu treten. Der Ökumenische Kirchentag wird sichtbar machen, was bereits heute an gemeinsamen Gottesdiensten, liturgischen Feiern und geistlichen Erfahrungen möglich ist. Darüber hinaus ist der Ökumenische Kirchentag mit der Hoffnung auf Fortschritte beim gemeinsamen Abendmahl untrennbar verbunden. Der Ökumenische Kirchentag soll exemplarisch und vorbildlich zu einem Ort werden, an dem neue Formen entwickelt, diskutiert und praktiziert werden können. Der Ökumenische Kirchentag soll gerade dadurch Mut zeigen und Mut machen.

(Beschlossen 12.2.2000 von den Präsidien des Zentralkomitees der deutschen Katholiken und des Deutschen Evangelischen Kirchentages)

Quelle: http://www.oekt.de/medien/dokumentation/ziele/


Konfessionsgrenzen beim Abendmahl?


Eine Bitte der Präsidentin und des Präsidenten

Meyer und Raiser (ÖKT-Präsidium)Als 1996 der Deutsche Evangelische Kirchentag (DEKT) und das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) beschlossen, miteinander den Ökumenischen Kirchentag zu veranstalten, brachten die Präsidien beider Organisationen "ihren Wunsch zum Ausdruck, dass in Zukunft bei gemeinsamen Vorhaben auch die Abendmahlsgemeinschaft möglich wird". Im Februar 2000 unterstrichen sie in einer Gemeinsamen Erklärung, für sie sei "der Ökumenische Kirchentag mit der Hoffnung auf Fortschritte beim gemeinsamen Abendmahl untrennbar verbunden".

Bis zum Jahr des Ökumenischen Kirchentages hat sich diese Hoffnung nicht erfüllt. Die Veranstalter, DEKT und ZdK, halten weiterhin an ihr fest. Unabhängig vom erreichten Stand des ökumenisch Möglichen ist die Grundlage der Zusammenarbeit beim Ökumenischen Kirchentag aber der Respekt vor dem Glauben, den theologischen Lehrauffassungen und geltenden Regeln der jeweils anderen Kirche.

Zusammen mit dem Gemeinsamen Vorstand des Ökumenischen Kirchentages bitten wir darum, die in den Kirchen gültigen Regeln zu achten und in Bezug auf Eucharistiefeier und Abendmahl in ökumenischer Sensibilität miteinander umzugehen.

Dr. Elisabeth Raiser
Ev. Präsidentin

Prof. Dr. Hans Joachim Meyer
Kath. Präsident

Aus: Programm des Ökumenischen Kirchentags, Seite 10
Quelle: http://www.oekt.de/programm/

==> Fragen zur "ökumenischen Sensibilität": Ist der ÖKT "päpstlicher als der Papst"?


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