Stellungnahmen von IKvu-Mitgliedsgruppen
zur Instruktion "Redemptionis Sacramentum"


Arbeitsgemeinschaft Studierende der Katholischen Theologie in Deutschland (AGT):

Die Klerikalisierung weiter vorangetrieben ...
Rückschritt vor die Liturgiereform
Theologiestudierende halten Liturgie-Instruktion für bedenklich

München, 25.04.2004. Die lang erwartete und am 23.04.04 veröffentlichte Liturgieinstruktion "Redemptionis sacramentum" stößt bei Theologiestudierenden nicht gerade auf Begeisterung. Auffallend ist die, dem Text zugrunde gelegte, starke Betonung der kirchlichen Hierarchie. Durch die überaus starke Rückbindung der Liturgie an die Priester entsteht der Eindruck, dass die Gläubigen nur noch schmückendes Beiwerk sein sollen und ihre aktive Teilnahme weiter eingeschränkt wird und damit eine Tendenz zu einer Trennung von Klerus und Laien zu erkennen ist. "Auch wenn einige Missstände, die in den Gerüchtemeldungen in der Presse im September letzten Jahres genannt wurden, nicht erwähnt sind, so ist diese Instruktion dennoch ein Rückschritt vor die Liturgiereform und das II. Vatikanum", so Georg Pelzer, Beirat der AGT.

Besonders bedenklich findet die AGT den im Text enthaltene, deutliche Hinweis auf das Recht eines jeden Katholiken, Missstände entweder im Vatikan oder bei den Ortsbischöfen anzuzeigen, der einer unchristlichen Haltung Vorschub leistet und - überspitzt formuliert - zur Denunziation aufruft. "Mit der Absicht, die Würde der Feier der Eucharistie zu bewahren, vertraut die Kongregation für den Gottesdienst in diesem Papier nur auf festgeschriebene Normen, bei denen man bei Verfehlungen entsprechend bestrafend eingreifen kann, nicht aber auf das Wirken des Hl. Geistes, welches eine Lebendigkeit der Gemeinden fördern würde", so Georg Pelzer weiter.

Die Arbeitsgemeinschaft Studierende der Katholischen Theologie in Deutschland (AGT) ist der Dachverband (Bundesfachschaftstagung Katholische Theologie) der Fachschaftsvertretungen Katholische Theologie und der Mentorate in Deutschland und hat zur Zeit 20 feste und aktive Mitgliedsgruppen. Der gemeinnützige Förderverein der Arbeitsgemeinschaft Studierende der Katholischen Theologie in Deutschland (AGT) e. V. unterstützt u. a. die Arbeit der AGT ideell, inhaltlich und finanziell.

Georg Pelzer, Dipl.-Theol.
http://www.agt-foerderverein.de


Maria von Magdala. Initiative Gleichberechtigung für Frauen in der Kirche e.V.:

Frauen gegen totalitäres Kirchenverständnis
Stellungnahme der Initiative Maria von Magdala e.V.
zur Liturgie-Instruktion des Vatikans

In der Glaubensvermittlung engagierte Frauen weisen den totalitären, klerikerzentrierten Geist der am Freitag erschienenen Instruktion des Vatikans "Redemptionis Sacramentum" zurück. Es heißt darin zwar "der ganze heilige Ritus solle wirklich dem Empfinden der Menschen entsprechen". Tatsächlich widersprechen aber Inhalt und Sprache der Instruktion diesem Prinzip eklatant: Freiräume werden beschnitten und Verbote erneuert. "Es ist völlig unrealistisch zu glauben, dass damit heute noch Menschen für die römisch-katholische Kirche gewonnen werden können", sagt Susanne Mandelkow, Sprecherin der Initiative Maria von Magdala.

Die Mitarbeit von kompetenten, nicht geweihten Gläubigen an der Gestaltung der Eucharistie wird von den Vätern der Instruktion als Bedrohung der wahren Lehre und des priesterlichen Berufsprofils wahrgenommen. Viele Gemeinden und geistliche Gemeinschaften bemühen sich darum, Liturgie lebendig zu feiern. Ihnen wird "Willkür" unterstellt, die Liturgie "zu verunstalten" und "Zweifel und Ärgernis im Volk Gottes" hervorzurufen. Das sind unhaltbare Diffamierungen. Besonders erschreckend ist, dass das Klima in den Gemeinden durch eine indirekte Aufforderung zur Denunziation vergiftet wird.

Die Instruktion vertritt vehement die Vorrangstellung des Klerikers und damit die Herrschaft von Männern über Frauen in der Kirche. Daran ändert auch nichts, dass Frauen und Mädchen - nach dem Ermessen des Bischofs - weiterhin Ministrantinnen bleiben dürfen. Die Instruktion reduziert Frauen erneut auf die Rolle der Lückenbüßerin in der Liturgie. Selbstverständlich sind Frauen nicht nur in "echten Notsituationen", dass heißt, "wenn Priester oder Diakon fehlen" würdige Kommunionhelferinnen oder gute Lektorinnen. Für "Maria von Magdala" sind Frauen sind fähig und berufen, alle Ämter und Aufgaben in der Kirche zu übernehmen.

Susanne Mandelkow, Dorffelder Str. 110, 59227 Ahlen
http://www.maria-von-magdala.org


IKvu-Pressemitteilung: "Vorwärts - zurück hinter das Konzil!"


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