IKvu Delegiertenversammlung in Bonn
Ökumenisches Netzwerk
Initiative Kirche von unten - IKvu
Pressemitteilung
IKvu-Versammlung in Bonn:
Dorothee-Sölle-Preis, Krieg in Afghanistan, Initiative Neues Sozialwort der
Kirchen u.a.
19.04.2010. Frankfurt/Main
Die Jahreskonferenz des Ökumenischen Netzwerks
"Initiative Kirche von unten" (IKvu) tagte im 30. Jahr des
Bestehens am Wochenende im „Campanile“ in Bonn.
Themen waren die Einrichtung eines „Dorothee-Sölle-Preises“,
die Verantwortung christlicher Gemeinden für Krieg und Gewalt in
Afghanistan, Sexuelle Gewalt in der Kirche, der 2. Ökumenische Kirchentag
in München und die Initiative für ein Neues Sozialwort der Kirchen sowie
Wahlen für das Leitungsteam des Netzwerkes.
Wolf Gunter Brügmann-Friedeborn (63) aus dem
Kirchenvorstand der Evangelischen Wicherngemeinde in Frankfurt/Main wurde
zum Sprecher gewählt. Der ehemalige politische Redakteur der „Frankfurter
Rundschau“ und ehrenamtliche Präses des Dekanates Franfurt-Nord übernimmt
das Sprecheramt von Bernhard Blumberg nach dem Ökumenischen Kirchentag
Mitte Mai. Neu in das Leitungsteam gewählt wurde Sebastian Dittrich (28)
als Delegierter der Evangelischen Studierendengemeinden (ESG). Der Biologe
promoviert an der Uni Göttingen.
In Erinnerung an die evangelische Theologin Dorothee Sölle
beschlossen die Delegierten die Einrichtung eines „Dorothee Sölle-Preises
für aufrechten Gang“. Der Preis richtet sich an profilierte Persönlichkeiten,
die wie die Namensgeberin politisches und christliches Engagement untrennbar
verbinden und so wirken. Er wird zum ersten Mal während des Evangelischen
Kirchentages in Dresden 2011 verliehen werden, danach im Abstand von drei
Jahren.
Das militärische Engagement der Bundesrepublik
Deutschland in Afghanistan war Thema einer Resolutionsdebatte. Die
Delegierten betonten die Verantwortung der christlichen Gemeinden in
Deutschland für den Kriegseinsatz und forderten dazu auf, im Blick auf die
pazifistischen Wurzeln des Christentums dieser Verantwortung nicht
auszuweichen. Siehe dazu die weitere Presseerklärung vom Tag.
Nach intensiver Beratung votierte die Versammlung für
die Unterstützung der Initiative für ein neues Gemeinsames Sozialwort der
Kirchen, wie sie vom EKD-Ratsvorsitzenden Schneider, Kirchenpräsident Jung
u.a. vorangetrieben wird. Nötig sei ein ähnlich ausgreifender Prozess wie
beim ersten Gemeinsamen Sozialwort (1997), das jedoch fast wirklungslos
geblieben sei. Die Sprachlosigkeit der Kirchen zu sozialpolitischen Themen
wurde heftig kritisiert.
Die Schwerpunkte der IKvu für den 2. Ökumenischen
Kirchentag 2010 wurden ausführlich diskutiert: Kirchengemeinschaft,
Befreiungstheologie, sexuelle Gewalt in der Kirche und anderes mehr. Anders
als beim 1. ÖKT 2003 in Berlin wurde die IKvu diesmal nicht von Anfang an für
das Programm angefragt. Ausführliche Informationen zur Präsenz der IKvu
auf dem 2. ÖKT in Kürze unter www.ikvu.de
Ein ökumenischer Gottesdienst in der St.
Franziskuskirche beendete am Sonntag die jährlich einmal stattfindende
Versammlung. Die nächste Versammlung wird von 08. bis 10. April 2011 in
Halle stattfinden.
Bernd Hans Göhrig
Bundesgeschäftsführer
Kontakt:
Bernd Hans Göhrig
Mail: goehrig@ikvu.de
Mobil: 0179 - 52 44 075
***
Initiative Kirche von unten (IKvu) ist ein ökumenisches Netzwerk von 38
Basisgemeinden, kirchen- und gesellschaftskritischen Gruppen in der
Tradition des politischen Linkskatholizismus und -protestantismus und der
Befreiungstheologie.
***
Ökumenisches Netzwerk Initiative Kirche von unten (IKvu)
Oscar-Romero-Haus, Heerstraße 205, 53111 Bonn
